Historisches über Fahnen

Über die Entstehung der Fahnen kann man nur Vermutungen anstellen, jedenfalls wehen sie heute in allen Ländern und auf allen Meeren der Welt.

Sogenannte "Vexilloide" waren die Vorläufer unserer heutigen Fahnen aus Stoff.

Es handelte sich hierbei um markante Gegenstände wie Federn oder Tierfiguren, welche an der Spitze von Stangen befestigt und - ohne eine Fahne zu sein - deren Zwecke erfüllte. Aus dem alten Ägypten sind uns "Vexilloide" bereits seit 5500 v.Chr. überliefert.

Richtungweisende Grundlagen über Regeln zur Beflaggung und Flaggenbräuche wurden mit Beginn der Neuzeit durch die Seefahrt gelegt.

Als sicher kann angenommen werden, dass die Fahnen der heutigen Zeit auf Zeichen und Symbole der früheren Kreuzzüge zurückgehen.

Das vor dem Hintergrund dieser Aktionen überwiegend das Kreuz als Symbol des Christentums gewählt worden ist, kann leicht nachvollzogen werden. Nach und nach führten die Fürsten der einzelnen Länder eigene Kreuze in unterschiedlichen Farben und Formen, hieraus entwickelten sich im Laufe der Zeit Zeichen, welche zunächst nur eine Zugehörigkeit und später auch die Nationalität versinnbildlichten.

Die Nationalfahnen vieler Länder lassen sich auch heute noch bis zu dieser Zeit zurückverfolgen. Bestes Beispiel hierfür sind die St.-Georgs-Fahne, deren rotes Kreuz sich heute in der britischen Nationalfahne wiederfindet sowie das weisse Kreuz der dänischen Nationalfahne, des sogenannten "Danebrog", der auf den Kreuzzug Dänemarks gegen Estland zurückgeht.

Zu allen Zeiten zeigten Herrscher Flaggen als Symbol ihrer Stärke und um ihren Herrschaftsbereich darzustellen. Stets galt - und gilt noch heute - die Fahne als Symbol des Sieges. Ein siegreiches Heer eroberte in der Schlacht die Fahne des Verlierers, und in jedem Krieg wird nach einem Sieg die Fahne der siegreichen Seite gehißt.

Volkstümlich waren Fahnen in früherer Zeit keinesfalls, denn lediglich die Obrigkeit bzw. später der Staat hatten das Recht, Fahnen zu hissen. Diese strenge Regelung änderte sich erst während der Französischen Revolution. Mit dem erwachenden Freiheitsbewusstsein der Völker wurde die Fahne mehr und mehr auch zu einem politischen Symbol und nicht mehr nur - wie bislang - als nationales Symbol angesehen. Politische Bewegungen übernahmen die Fahne als Wahrzeichen für Ihre Anhänger. Ein Großteil der amerikanischen Fahnen ist beispielsweise aus Fahnen der Freiheitsbewegungen und Revolutionen entstanden.

Immer mehr wuchs auch das Bedürfnis der einzelnen Bürger, auf ihrem Besitz die Landesflagge zu hissen, so daß eines Tages kein Verbot mehr half und man statt dessen Regeln für die Beflaggung einführte. Heutzutage gelten zu Land und auch zu Wasser feste Regeln zum Zeigen von Flaggen, und fast alle Länder der Welt halten sich hieran.

Die Geburtsstunde unserer heutigen Nationalfahne lag im März 1949. Nachdem ein Flaggenausschuss des Parlamentarischen Rates sich seit 1948 mit einer Vielzahl von Ideen und Entwürfen für eine neue Fahne für den neuen Staat auseinandergesetzt hat, stimmte man im März 1949 für die "schwarz - rot - goldene" Fahne.

Bereits seit dem Hambacher Fest im Jahre 1832, bei dem 30.000 Teilnehmer die Einheit Deutschlands gefordert haben, gilt die schwarz - rot - goldene Fahne als Symbol der deutschen Einheits- und Freiheitsbewegung.

Heute führen alle Staaten der Welt ihre Nationalflagge. In einigen Ländern wird zwischen der Nationalflagge - die jeder Bürger zeigen darf - und der sogenannten Staats- oder Dienstflagge unterschieden, die ausschließlich von den Staatsbehörden oder deren Repräsentanten gezeigt werden darf.

Die Nationalflagge ist heute in allen Ländern der Welt ein verehrtes Symbol, ihre Farben gelten als Nationalfarben. Sie wird geachtet und in Ehren gehalten. Überall erweist man ihr den Respekt als einem der höchsten Symbole des Landes.